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Badische Zeitung vom Freitag, 25. November 2005 

 

Rheinhausens Gemeinderat stimmt für eine Partnerschaft mit Wisla 

 

Die Mehrheit der Mitglieder folgte in der Sitzung am Mittwoch dem Vorschlag von Bürgermeister Jürgen Louis, die Gemeinde möge sich nach außen öffnen

Von der BZ-Mitarbeiterin Ilona Hüge

RHEINHAUSEN. Die Gemeinde wird mit der polnischen Stadt Wisla eine offizielle Partnerschaft eingehen. Die Mehrheit im Gemeinderat folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters, zwei Räte lehnten die Partnerschaft aus verschiedenen Gründen ab.

Langjährige Kontakte zwischen Bürgern der Gemeinden und Besuchen mit offiziellen Vertretern beider Seiten haben den Weg zur Partnerschaft vorbereitet. Die letzte Reise fand im Juli 2005 statt: Bürgermeister Jürgen Louis, mehrere Gemeinderäte und Vereinsvertreter aus Rheinhausen fuhren nach Wisla. Louis erinnerte am Mittwoch an eine „rundum gelungene Reise“, an tolle Begegnungen mit den Bürgern und Repräsentanten von Wisla und an fantastische Eindrücke, die die Reisegruppe aus Polen mitbrachte.

Durch die verschiedenen Besuche sei eine gewisse Basis da, sagte der Bürgermeister. Er empfahl, dass sich Rheinhausen nach außen öffnen und die Chance zur Freundschaft eingehen solle, die sich mit der Stadt Wisla anbiete. Unterstützung erfährt die Freundschaft auch durch den Freundeskreis, der sich auf Initiative von Bernd Maurer gebildet hat. Maurer, in der vergangenen Amtszeit Gemeinderat der Freien Wähler, ist Vorsitzender des Freundeskreises. Der Gemeinderat stimmte bei zwei Gegenstimmen zu.

Die Gemeinderäte Heinz Erhardt und Hans-Georg Meier lehnten die Partnerschaft ab. Erhardt führte zur Begründung die Kosten an. Er erinnerte, dass Rheinhausen unter Bürgermeister Brettschneider eine 40-köpfige Besuchsgruppe aus Wisla eingeladen hatte und hinterher Kosten von mehreren Tausend Euro aus der Gemeindekasse finanzieren musste. Bürgermeister Jürgen Louis machte klar, dass es so nicht gehen wird. Für die Reise nach Wisla zahlte jeder Teilnehmer eine pauschale Summe, was übrig blieb, floss als Grundstock in die Kasse des Freundeskreises.

„Ich bin für eine Partnerschaft, auf einer ehrlichen und fairen Basis“, sagte Franz Metzger (CDU). Mit Wisla sei etwas am Entstehen und am Wachsen: „Wichtig ist die Begegnung, nicht wer für’s Essen und Trinken zahlt“, sagte Werner Kunzweiler von den Freien Wählern.

Meier hatte andere Gründe für seine Ablehnung. Er sah Probleme in der Entfernung. Er wäre für eine Freundschaft zu einer Gemeinde in räumlicher Nähe, sagte er. Schon wegen der Sprache für die Schüler, zöge er einen Austausch mit Frankreich vor.

Meier zeigte sich außerdem „verwundert“, dass der Bürgermeister die Freundschaft jetzt befürwortet. Vor einem Jahr bei der Klausurtagung in Titisee-Neustadt habe Louis es noch ganz anders gesehen, erinnerte Meier.

Louis bestätigte, dass er die Partnerschaft nicht als eine seiner drängendsten Aufgabe auf die Liste der Arbeiten setzte. Nachdem aber viele Punkte überraschend schnell abgearbeitet seien, wie Bauhof, Gemeindeblatt und Ortsmitte und auch die Zukunft der beiden Rathäuser geklärt sei, könne sich die Verwaltung jetzt auch dem Thema Partnerschaft widmen. Frankreich wäre sinnvoll, stimmte Louis zu, aber „das eine zu tun heißt nicht, das andere zu lassen“. Eigentlich wollte der Bürgermeister am Dienstag auch gleich die Freundschaft zur Gemeinde Tannenberg mit beschließen. Zu ihr unterhält Rheinhausen seit der Wende Kontakte. Tannenberg aber stehe vor einer Gemeindereform und bleibe womöglich nicht mehr lange selbständig, informierte der Bürgermeister. Der Kontakt soll weiter gehalten werden.