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Rheinhausen unter Wasser!

Rheinhausens Wald soll zukünftig jedes Jahr an 57 Tagen unter Wasser stehen, wenn es nach den Plänen des Regierungspräsidiums Freiburg geht. Für alle, die bislang glaubten, dass der Polder Wyhl/Weisweil wegen seines Namens Rheinhausen nicht betriff t, hier eine Karte des Regierungspräsidiums
Freiburg. Die Karte zeigt, dass das Wasser aus dem Rhein, das unterhalb von Sasbach in den Polderraum eingeleitet wird, erst am Leopoldskanal wieder ausgeleitet werden soll. Bis zur Ortslage Rheinhausen sind es nur wenige hundert Meter mit fatalen Folgen nicht nur für die Vermüllung, Verschlammung, Eintragung von Mikroplastik und Ansiedlung von Krankheitsträgern in Rheinhausens Wald, sondern auch für Grundwasserstände im Ort.

Dies sollte Grund genug für jeden Bürger in Rheinhausen sein, im eigenen Interesse die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative Polder Wyhl/Weisweil so nitt zu unterstützen, um die Planungen des Regierungspräsidiums noch zu stoppen und einen menschenwürdigen Ausbau des Polders zu verlangen. Die
Unterschriftenlisten liegen im Bürgerhaus Rheinhausen aus. Zusätzlich finden Sie die Unterschriftenliste
auch nochmals auf den Seiten 5/6 in diesem Amtsblatt abgedruckt. CDU-Generalsekretär Manuel Hagel: Kein Verständnis für die Planungen des Regierungspräsidiums zum Polder Wyhl/Weisweil.

Bei einem Besuch des Generalsekretärs der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, im geplanten Polder Wyhl/Weisweil am Leopoldskanal in Rheinhausen wurde in der vergangenen Woche sichtbar, wie hoch nach den Planungen des Regierungspräsidiums das Wasser im Polderraum eingestaut werden soll. Vor allem die ständigen künstlichen Flutungen, die nichts mit dem Hochwasserschutz bei echtem Hochwasser für die Unterlieger zu tun haben, sondern zusätzlich von den Technokraten im Regierungspräsidium Freiburg an 57 Tagen jedes
Jahr geplant sind, stoßen in der Bevölkerung auf Unmut. Das Regierungspräsidium Freiburg hat zwar eingeräumt, dass in keinem anderen Polder am Oberrhein die Voraussetzungen für eine Schlutenlösung so günstig sind wie im Polder Wyhl/Weisweil, will aber dennoch an den künstlichen Flutungen festhalten.

CDU-Generalsekretär Manuel Hagel bei seinem Besuch im Polderraum im Rheinhausener Wald in Begleitung
der Bürgermeister Dr. Jürgen Louis, Michael Baumann (Weisweil), Ferdinand Burger (Wyhl) und Jürgen Scheiding (Sasbach), den Vorstandsmitgliedern der Bürgerinitiative Polder Wyhl/Weisweil so nitt Dieter Ehret, Klemens Hamann und Anna Haag sowie den örtlichen CDU-Vertretern Alois Deck (Ortsverbandsvorsitzender
Rheinhausen) und Norbert Isele (Fraktionsvorsitzender Gemeinderat); Foto: Heike Scheiding-Brode.

Bürgermeister Dr. Jürgen Louis erläuterte dem Gast aus Stuttgart zunächst die gravierenden Folgen für die hier lebenden Menschen, wenn die Pläne mit den künstlichen Flutungen des Polderraumes umgesetzt werden. Angefangen von einer Verschlammung und Vermüllung des Naturraumes über die Eintragung von Mikroplastik in die Fläche und Schnakenplagen bis hin zur Schaffung von idealen Lebensbedingungen für bislang nicht heimische Insekten, die Krankheiten auf Menschen übertragen, bringen die künstlichen Flutungen nur Gefahren
für Mensch, Tierwelt und Natur mit sich.

Kein Verständnis zeigte denn auch der Landtagsabgeordnete und CDU-Generalsekretär Manuel Hagel für das technokratische Vorgehen der Planer im Regierungspräsidium Freiburg bei seinem Besuch in Rheinhausen. Er berief sich dabei auf das Wahlprogramm der CDU Baden-Württemberg und den anschließend geschlossenen Koalitionsvertrag zur grün-schwarzen Landesregierung. So heißt es im CDU-Wahlprogramm, dass die ökologischen Flutungen als Ausgleichsmaßnahmen bei den Rheinpoldern soweit möglich durch ökologische Schluten ergänzt und ersetzt werden müssen, die natur- und artenverträglicher sind und garantieren, dass die Biodiversität auch im Hochwasserschutz erhalten bleibt, sofern alte Schluten vorhanden und die Maßnahmen noch nicht umgesetzt sind. Genau dies ist hier im Polder Wyhl/Weisweil der Fall, so CDU-Generalsekretär Manuel Hagel. Auch auf den Koalitionsvertrag zur grün-schwarzen Landesregierung verwies Hagel, in dem zwar zu den ökologischen Flutungen keine konkrete Aussage getroffen wird. Es heißt im Koalitionsvertrag lediglich, dass das Integrierte Rheinprogramm planmäßig umzusetzen und die darüber hinaus notwendigen Dammsanierungen anzugehen sind. Bemerkenswert ist nach Manuel Hagel jedoch der folgende Absatz,
der offensichtlich beim Regierungspräsidium Freiburg und im Umweltministerium bislang keine Resonanz findet: Die im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms noch offenen Planfeststellungsverfahren sollen zügig abgeschlossen werden. Dabei ist die Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung von grundsätzlicher Bedeutung. Alternativvorschläge aus den jeweiligen Regionen sollen in diesem Rahmen geprüft werden, so der Koalitionsvertrag zwischen Grünen und CDU. Manuel Hagel kündigte an, dass er gemeinsam mit der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges aus der südlichen Ortenau den grünen baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller anschreiben und sich für eine Schlutenlösung im Polder Wyhl/Weisweil einsetzen werde. In einem Bericht der Badischen Zeitung vom 16. März 2017 wird Umweltminister Untersteller von Mitgliedern der Bürgerinitiative zum Polder Breisach/Burkheim mit der Aussage des Ministers bei seinem Besuch in Hartheim im Jahr 2011 zitiert, dass ökologische Flutungen kein Muss seien. Entscheidend sind die Verhältnisse vor Ort. Besser als im Polder Wyhl/Weisweil waren die Voraussetzungen für eine Schlutenlösung
nach eigener Aussage der Planer im Regierungspräsidium Freiburg noch nie. Die Schluten sind nämlich schon da und müssen nicht
erst noch geschaffen werden. Zeit also, den Worten endlich Taten folgen zu lassen.